Mon Dieu! Bürokratie à la française

Ihr seid aufgeregt, denn la rentrée in Frankreich rückt immer näher und ihr müsst euch noch um sämtlichen Papierkram kümmern?

Et voilà: hier ein Starterpack für die deutschen Studis unter euch!

Geld regiert die Welt
– das gilt auch für Frankreich. Die Bankenvielfalt hier ist groß, man sieht jedoch manche Filialen häufiger als andere. Es ist also zu empfehlen, eine Bank auszuwählen, bei der ihr nicht allzu lange nach Filialen oder Geldautomaten (🡪 distributeurs) suchen müsst.
Die gute Nachricht zuerst: wenn ihr unter 25 seid, habt ihr bei den meisten französischen Banken keine Kontoführungsgebühren zu zahlen. Wir beide, Esa und Louisa, waren Kunden bei unterschiedlichen Banken: Esa war bei der Société générale und Louisa bei der BNP Paribas, das sind übrigens auch die größten Banken in Frankreich. 

Insidertipp: Kein Konto ohne Wohnbescheinigung (🡪 attestation de logement)! Diese wird euch auf Nachfrage unentgeltlich beim Wohnheim ausgestellt.
PS. Natürlich müsst ihr erstmal abwägen, ob ihr überhaupt ein französisches Konto braucht. Beim Shoppen, in Bars, Geschäften, etc. könnt ihr nämlich auch ganz bequem mit der deutschen Karte bezahlen. Lediglich beim Abheben gestaltet sich das Ganze dann etwas schwieriger, denn für das Abheben mit einer deutschen Kontokarte von einer französischen Bank werden Gebühren verlangt. Außerdem gilt zu beachten, dass bspw. das Wohnheim die Kaution am Ende des Studienjahres ausschließlich auf ein französisches Konto überweist, also: faites gaffe!
https://mabanque.bnpparibas/fr/devenir-client-bnp-paribas
https://particuliers.societegenerale.fr/ouvrir-compte-bancaire-en-ligne

Allô?
In Zeiten von WhatsApp, W-Lan und dem EU-Roaming ist es nicht unbedingt nötig, sich eine französische Handynummer zu besorgen. Über WhatsApp könnt ihr mittlerweile auch per Sprach- oder Videoaufruf mit euren Liebsten telefonieren und sie sogar sehen und dank des Roaming (ein weiterer Vorteil der EU! 😉) fallen keine zusätzlichen Gebühren an.
Für diejenigen unter uns, die noch nicht auf den Smartphone-Zug aufgesprungen sind – wie beispielsweise Esa – ist ein Vertrag jedoch zu empfehlen.
Außerdem sind Online-Banking und sogar Online-Shopping mit einem französischen Konto nur mit einer französischen Handynummer machbar. Wenn ihr euch also mit eurem französischen Konto bei der SNCF ein Zugticket nach Hause, nach Paris oder wo auch immer hin kaufen möchtet, dann ist ein französischer Handyvertrag unerlässlich: Über das Handy wird euch nämlich per SMS ein Code geschickt, mit dem sich der Einkauf bestätigen lässt.
Über Free, einem französischen Mobilfunkanbieter, gibt es bspw. einen Vertrag, der monatlich nur 2€ kostet. Abbuchungen gehen in der Regel auch über’s deutsche Konto.
http://mobile.free.fr/fiche-forfait-2-euros.html

Auf der sicheren Seite
Das leidige Thema mit den Versicherungen kennen bestimmt einige von euch schon von ihrem Erasmusaufenthalt in Frankreich.
So viel zuerst: Um im Wohnheim einziehen zu dürfen, müsst ihr eine Assurance habitation und eine Responsabilité civile (RC) vorweisen. Diese lässt sich recht unkompliziert bei Versicherungen einholen, die auf diese „studentischen“ Versicherungen spezialisiert sind. Louisa und Esa haben ihre bspw. bei der MEP abgeschlossen. https://www.mep.fr/ 🡪 „Assurances étudiantes“
Heißer Tipp: Manche Banken bieten bei Kontoeröffnung eine Art Paket inklusive Versicherungen an – schaut nach, ob das bei eurer Bank möglich ist, dann spart ihr euch den Gang zur Versicherung und habt alles in einem!

 

Halsweh, Husten, Heiterkeit, Hatschi!
Auch die Krankenversicherungen sind nicht so transparent, wie man zunächst einmal meinen sollte, denn auch hier gibt es einige Optionen, zwischen denen man sich entscheiden muss.

Option 1: Über die Europäische Krankenversicherung, die bei eurer deutschen Versicherung automatisch mit dabei ist, seid ihr in Frankreich – zumindest zu einem großen Teil – ebenfalls versichert. Wenn ihr allerdings mit dem Krankenwagen abgeholt werdet oder einen größeren Eingriff vornehmen lassen müsst, kann das sehr schnell sehr teuer werden!
Option 2: Die wahrscheinlich sicherste und beste der zwei Möglichkeiten: Schließt im Vorfeld eine zusätzliche Auslandsversicherung über deine Krankenkasse ab. Gebühren, etc. unterscheiden sich je nach Anbieter, am besten kontaktiert ihr hierzu rechtzeitig eure Krankenkasse.

Was mache ich, wenn ich mich richtig krank fühle und vielleicht sogar ein Attest für die Uni benötige?
Termine bei Haus- oder Fachärzten sind schwierig oder fast gar nicht zu bekommen. Tipp: Lange im Voraus planen! Bei akuten Schmerzen hilft das Centre Médical d’Aix-en-Provence weiter, wo ihr ohne Termin oder Anmeldung hingehen könnt!
🡪 14 rue de la Fourane, an 7 Tagen die Woche geöffnet, von 9.00 – 21.30 Uhr, 04 42 20 33 33, auch am Wochenende und an Feiertagen

 

Bon à savoir
Was wir selbst vorher gern gewusst hätten: Die Miete im Wohnheim inklusive Kaution muss im Voraus pro Semester bezahlt werden! Entweder per Karte (auch deutsches Konto), Kreditkarte oder Scheck. Aber Achtung bei der Kartenzahlung: französische Karten haben oft ein Limit, dass zu diesem Zweck dann im Voraus bei der Bank angehoben werden muss. Mit Karte konnte Louisa bspw. nicht beim Accueil vom Wohnheim Cuques bezahlen – beim Wohnheim Gazelles gibt es einen extra Schalter für finanzielle Angelegenheiten!
Kümmert euch auch unbedingt darum, CAF (Wohngeld) zu beziehen. Bei uns waren es um die 50€, die wir weniger zahlen mussten – es lohnt sich also schon!
Das Wohnheim bietet übrigens eine CAF-Beratung an, die euch durch den Dschungel der französischen Bürokratie hilft. Nehmt dieses Angebot unbedingt in Anspruch, das erspart euch so einige Frustration!

 
Louisa, Esa |

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