Deutschland kann Patisserie?

Hinweis: Dieser Artikel wurde im Dezember 2019 angefertigt. Da der Schokoladenmarkt dieses Jahr coronabedingt nicht stattfinden kann, möchten wir euch die Vorweihnachtszeit mit unseren Erinnerungen vom letzten Jahr versüßen.
Die Tage werden kürzer und es ist kalt in Tübingen. Aber sollte man deshalb von der kuschelig warmen Bibliothek oder den beheizten Hörsälen direkt in den Bus steigen und ab nach Hause fahren, weil in dieser Zeit in Tübingen eh nichts Aufregendes mehr passiert? – Weit gefehlt! Wie jedes Jahr im Dezember verwandelt sich Tübingen in Deutschlands Schokoladenhauptstadt und lockt tausende Besucher in die Altstadt. Europas größtes Schokofestival holt auch den letzten Wintermuffel mit dem Versprechen auf süße Schokolade, bunte Macarons, warmen Kakao, liebevoll gestalteten Schokokuchen und viele andere Leckereien aus dem Haus. Wir haben uns für euch durch den Schokomarkt gegessen und sind uns sicher: Dieses Festival darf man in Tübingen auf keinen Fall verpassen.
Am ersten Stand werden wir gebeten, Marzipan zu probieren. Eine Aufforderung, der wir natürlich gerne nachkommen, denn auch wenn man nur ein Studentenbudget hat (und die Preise auf dem Schokomarkt sind nicht gerade BAföG-freundlich) so hat man immer noch die Möglichkeit, sich an den Ständen einfach mal durchzuprobieren. Das Marzipan zergeht uns auf der Zunge, doch wir können nicht bei den netten Mädels verweilen – denn uns lockt bereits ein weiterer Stand. Was wäre das größte Schokoladenfestival der Welt ohne Kuchen? Angelockt von der dunkel schimmernden zartbitteren Schokoglasur drängeln wir uns zum nächsten Stand aus Tübingen durch. Dort stehen herrliche Gugelhupfkuchen, überzogen von einer feinen Schicht aus Schokolade und Karamell. Wir schieben uns noch weiter vorbei an Ständen mit Schokoladenbier, Nudeln mit Schokoladenpesto, Macarons, Schokolade in der Form von Zangen, Hämmern und Wasserhähnen und riesigen Schokoladentafeln in allen Geschmacksrichtungen. Wir testen Brownies, Muffins und Schokolade mit Cranberries und arbeiten uns so langsam vom Holzmarkt auf den Rathausplatz vor.
Dieses Jahr findet das Schokofestival zum 14. Mal statt. Es geht immer eine Woche und bietet neben Allerlei für Naschkatzen auch eine wunderschöne Atmosphäre, denn die Häuser der Altstadt sind in buntes Licht getaucht, die vorweihnachtlichen Beleuchtungen sind auch bereits an und über allem hängt der verführerische Geruch von Schokolade. Schokolade aus Deutschland, Schokolade aus Italien, Schokolade aus Frankreich und Karamell aus Holland: Das Schokofestival ist mit den Jahren immer internationaler, und mit über 100 Ausstellern auch immer größer geworden und man kann sicher die ein oder andere Spezialität aus der Heimat entdecken.
Gerade wegen seiner Atmosphäre und den vielen Leckereien ist das Festival ein wahrer Publikumsmagnet. Wer sich in großen Menschenmengen nicht wohlfühlt, dem empfehlen wir zwei Dinge: Erstens: Kommt unter der Woche, am besten gleich nach der Uni und zweitens: Sucht den Stand mit der Anti-Stress-Schokolade. Denn die beiden Herren von ChillChoc versprechen uns, dass wir nach einer Tasse der Trinkschokolade mit Hanf garantiert entspannter sein würden. Hm, entspannter vielleicht nicht, aber der Geschmack war auf jeden Fall vorzüglich und gleichzeitig unterstützt ChillChoc noch viele OpenSource Projekte zur Förderung von Bildung und Bodenschutz in den Anbauländern ihrer Schokolade.
Getreu dem Motto „Kein Bier vor vier“, warten wir geduldig bis 16 Uhr, ehe wir uns den alkoholischen Angeboten des Marktes widmen. Neben dem bereits erwähnten Schokobier gab es auch mehrere Angebote von kleinen Shots in den Geschmacksrichtungen Milchschokolade, Zartbitter und weisse Schokolade, liebevoll „Schokostoff“ genannt. Zunächst stehen wir den in kleinen Eiswaffeln servierten Shots skeptisch gegenüber. Süße Schokolade und herb schmeckender Likör in Kombination? Kann das gut sein? Nach einem zögerlichen Nippen gefolgt von einem beherzten Schluck sind wir uns sicher. Das kann nicht nur gut sein. Das is gut. So richtig gut sogar und nach den Worten der Hersteller sogar „gefährlich gut“.
Auf unserem Nachhauseweg schauen wir dann noch bei Dörtes Marzipanatelier vorbei. Dörte ist ein Urgestein auf dem Tübinger Schokoladenmarkt. Neben liebevoll gestalteten Süßigkeiten ist Dörte eine echte Schokoladenkünstlerin und beeindruckt auf der ChocolArt jedes Jahr mit feinster Schokoladenmalerei und stellt ihre beeindruckenden Kunstwerke von vergangenen Jahren aus.
Wir schlendern weiter vorbei an sprudelnden Schokobrunnen und an den Ständen mit halben Marzipankugeln, probieren noch Schokoladencannelloni und Schokoladenkonfekt und machen am Ausgang einen allerletzten Halt. Nach gefühlten Kilos an Schokolade, die wir mit größter Freude unserem Magen zugemutet haben, beenden wir den Rundgang über Europas  größten und schönsten Schokoladenmarkt mit einer Tasse Glühwein.  Nächstes Jahr essen wir uns gerne wieder durch die vielen Leckereien und freuen uns schon, euch dort zu sehen!
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Hier findet ihr noch weitere Impressionen vom Schokomarkt! Bon
appétit!
 

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